LesWauz

Was ist besser für den Hund: Halsband oder Geschirr?

By 5. Februar 2016 Gassi gehen, Gastblogger, Halsband + Geschirr

Hallo alle miteinander 🙂

hier schreibt wieder die Gastbloggerin Kathrin.
Ich möchte an dieser Stelle mal etwas Licht ins Dunkel bringen, was das Thema Geschirr und Halsband betrifft:

Dieses Thema führt schnell zu Grundsatzdiskussionen und beides hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Diese werde ich für euch vor allem aus der Sicht einer Physiotherapeutin und Osteopathin belichten. Vorneweg sei allerdings gesagt: Es ist niemals gut, wenn ein Hund permanent an der Leine zieht, weder für den Arm und Rücken des Halters, noch für das Tier! Egal ob der Hund Halsband oder Geschirr trägt! In so einem Fall sollte wirklich trainiert werden, damit das Gezerre an der Leine aufhört, notfalls mit der Hilfe eines guten, professionellen Hundetrainers.

Wann und warum ist ein Halsband schädlich?

Hunde, die nicht an der Leine ziehen, können durchaus ein Halsband tragen. Allerdings sollte man sich dann auch wirklich sicher sein, dass der Hund nicht beim Anblick der nächsten Katze doch im Halsband hängt. 😉 Dies ist für die Halswirbelsäule, wie auch für andere Strukturen, wie z. B. Kehlkopf oder die großen Blutgefäße im Halsbereich eher schädlich und kann sogar zu Blockaden der Halswirbelsäule und zu starken und schmerzhaften Muskelverspannungen im Hals- und Vordergliedmaßenbereich führen.

Mehr zur Beeinträchtigung des Halses, Kehlkopfes etc. könnt ihr hier auf einer Grafik sehr gut sehen

Ich arbeite als Hundephysiotherapeutin & Osteopathin und kann es sogar erfühlen, ob ein Hund viel an der Leine zieht. Wenn ich die Hundebesitzer dann während der Untersuchung danach frage, ob ihr Hund stark an der Leine zieht, sind diese zumeist erst einmal verblüfft und fragen mich, woher ich das weiß. 😉

Zieht ein Hund massiv an der Leine im Halsband sollten wir nicht vergessen, was dann alles gequetscht wird: Hier liegen die Halswirbel, diverse Muskeln, die teils z. B. bis hinunter zum Schulterblatt laufen, außerdem diverse Nerven und Blutgefäße, weiterhin der Kehlkopf, die Schilddrüse, die Luft- und Speiseröhre, sowie Lymphknoten. All dies wird noch umschlossen von Bindegewebe (den Faszien) und der Haut mitsamt dem Fell. Diese Strukturen werden allesamt abgedrückt und das sogar auf längere Sicht wenn der Hund zieht und zieht und zieht. Allein durch Verspannungen in den sogenannten Faszien können sich Probleme mit der Zeit über den gesamten Körper ausweiten, da beispielsweise die inneren Organe untereinander vernetzt sind und gleichzeitig auch Verbindung zur Wirbelsäule haben.

IMG_0655

„Im Bereich der oberen Kopfgelenke kann es bei Störungen zu Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen und sogar Tinnitus kommen. Zu weiteren Symptomen zählen bei Störungen in der oberen Halswirbelsäule (C0-C2) Konzentrations-  und Wahrnehmungsprobleme, Nervosität, Müdigkeit, Probleme mit dem Kiefer, den Augen und Ohren und Kopfschmerzen. Zu den Symptomen bei Störungen im Bereich der unteren Halswirbelsäule (C3-C7) zählen unter anderem Lahmheiten in den Vordergliedmaßen. Häufig ist eine Schonhaltung zu beobachten, bei der der Kopf tief getragen wird, um dem Schmerz auszuweichen.

Vom Menschen weiß man, dass Störungen im Bereich der Halswirbelsäule zu Schwindel und Gleichgewichtsproblemen führen. Zusätzlich bestehen über die Halsfaszien (ebenfalls Bindegewebsstrukturen) Verbindungen zur Schilddrüse und Nebenschilddrüse. Das Halsband muss also gar nicht direkt auf der Schilddrüse liegen, um auch diese zu beeinflussen. Außerdem verläuft in der Drosselrinne eine wichtige Vene. Wird dort durch ein Halsband Druck aufgebaut, kommt es zu einem venösen Rückstau in den Schädel, der zu einer Druckerhöhung und als Folge dieser zu Kopfschmerzen führt.“ (Quelle)

Mehr über die Symptome beim Halsband-Ziehen und was dies alles verursachen kann, könnt ihr hier in diesem sehr gut recherchierten Artikel nachlesen

IMG_4502

Einschub von Rebecca: Dass man mit einem Leinenruck beim Training und täglichen Spaziergang nicht arbeitet, muss ich hier nicht erwähnen, oder? 😛 Meine Leser sind sicherlich schlau genug zu wissen, dass das asozial ist da es den Hund aktiv und bewusst verletzt.
Probiert zudem dieses einschnürende Gefühl gerne mal selber aus: haltet euch mit dem Hals auf Halsbandhöhe die Hand gegen den Kehlkopf/Halsbereich und drückt nur ein bisschen während ihr den Kopf nach vorne zieht. Ist ganz schön unangenehm, oder? Und das Gefühl verbindet euer Hund beim Spazieren nonstop mit euch, wenn er in der Leine hängt. Denn ihr habt die Leine ja in der Hand und löst dieses Gefühl aus. Nicht so ein schöner Gedanke, oder?
Ich betone das hier nur extra noch mal, da so gut wie alle Hundebesitzer – ich früher inbegriffen – nicht wirklich reflektieren was es bedeutet, wenn der Hund immer im Halsband hängt und sich den Hals abschnürt. Das muss einfach nicht sein und ihr wollt ja, dass es eurem Hund gut geht und er Spaß beim Spazieren hat und nicht irgendwann mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, gelle? 😉

Also vermeidet bitte ein Halsband komplett, wenn euer Hund viel in der Leine hängt oder macht ein Leinenführigkeitstraining mit positiver Verstärkung. Wie ihr mit eurem Hund locker-an-der-Leine-laufen ganz toll trainieren könnt, findet ihr in diesem Artikel von markertraining.de

Sollte euer Hund wunderbar und geschmeidig bei euch an der Leine laufen und arbeitet er super leinenführig mit euch zusammen, dann solltet ihr euch natürlich dennoch am besten für ein breites Halsband entscheiden, welches nicht zu eng am Hals sitzt. Hier gilt: je breiter, desto besser da auch leichter Zug verteilt wird. 😉

Stop-Zughalsbänder, Stachelhalsbänder und jede Art von Würge- und Kettenhalsbändern gehen überhaupt gar nicht und sind sogar tierschutzrelevant was im deutschen Tierschutz leider noch recht vage formuliert ist, im österreichischen und schweizerischen Gesetz sogar namentlich verboten.DSCN0768

Vorteilhafter ist dann ein gut passendes Geschirr

Es sollte nicht zu nah bzw. eng im Achselbereich sitzen, da es so mitunter die Haut aufscheuern kann. Schlimmstenfalls kann es sich außerdem auf das dort ansässige Nervengeflecht negativ auswirken. Daher bitte unbedingt darauf achten, dass der Gurt genügend Abstand zur Achsel hat und auch nicht zu eng eingestellt ist. Es ist auch möglich, ein maßgeschneidertes Geschirr zu bestellen, gerade wenn die gängigen Geschirre bei dem eigenen Hund nicht gut sitzen, macht dies durchaus Sinn.
Bei empfindlichen Hunden kann man zusätzlich ein gut gepolstertes Geschirr verwenden und sollte vor dem Kauf ein paar Modelle ausprobieren. Nicht jeder Hund mag mit demselben Geschirr laufen oder es gerne tragen.

Zu beachten gilt:

Ihr solltet kein Geschirr wählen, welches den Hund in seiner natürlichen, raumgreifenden Laufbewegung einschränkt. Schulterblatt und Schultergelenk sollten frei beweglich sein. Gurte, die direkt über Schulterblatt und Schultergelenk verlaufen, wie z. B. bei einem Norweger- oder Sattel-Geschirr, können den Hund stark in seiner Bewegungsfreiheit und dem Raumgriff einschränken.
Ein Beispiel:

geschirr halsband4

Diese Geschirre (egal welcher Marke) sind also nicht gerade ideal, vorallem für Hunde, die vielleicht schon Probleme mit dem Bewegungsapparat haben.

Bei dem Geschirr auf dem Foto unten bei Pixie (ein sogenanntes Y-Geschirr wie man vorne an der Form gut sehen kann, da es wie ein Y aussieht) sieht man beispielsweise, dass die Schultern komplett frei sind und sie sich damit sehr gut bewegen kann und nicht eingeschränkt wird:

Schlickmonster

Kritisch ist es besonders dann, wenn der Hund in der Hintergliedmaße bereits Probleme hat und vorne dann noch regelrecht mit dem Geschirr „eingeschnürt“ wird. Wie soll er da noch vernünftig Vorwärtskommen und seine Probleme der Hinterhand über die Vorderhand ausgleichen?

Leider sehe ich genau diese Problematik sehr häufig in meiner Praxis und möchte deshalb darauf hinweisen, denn vielen Frauchen und Herrchen geht es wie Rebecca: Es ist ihnen eben einfach nicht bewusst und man muss es ihnen erst einmal vernünftig erklären – und dann fällt es einem plötzlich auch selber auf. 🙂

Mit solch einem schlecht sitzenden Geschirr kann man eventuelle Probleme mitunter sogar noch verstärken. Ich weiß leider auch, dass in vielen Hundeschulen und Geschäften genau zu so einem Geschirr geraten wird (Das sind dann auch z. B. die Geschirre von Julius K-9, auf denen man noch eine Aufschrift aufsetzen kann wie „Schmusebacke“ oder „Zicke“. Die sind leider viel zu breit geschnitten und unvorteilhaft für den Hund!).

Aber hier solltet Ihr Euch von der Hundeschule oder der Verkäuferin nicht zum Kauf überrumpeln lassen und genau gucken. In vielen Geschäften ist es auch durchaus möglich, den Hund zur Anprobe mitzubringen. So kann man gleich vor Ort schauen, wie das Geschirr sitzt, ob nichts drückt oder scheuert (z. B. Nahtstellen oder Verschlüsse) und schonmal „Probelaufen“. 🙂
Viele Einzelhändler sind auch so kulant, dass man das Geschirr wieder umtauschen kann (wenn man die Etiketten nicht entfernt), falls man seinen Hund nicht in den Laden mitnehmen kann oder möchte. So kann man es ganz in Ruhe zu Hause testen und notfalls wieder zurückbringen.

Mit meiner eigenen Hündin habe ich mal ein Video gedreht, um die Problematik zu veranschaulichen. Achtet mal drauf, wie sehr Schultergelenk und Schulterblatt durch das Norweger-Geschirr eingeschnürt werden und wie es im Vergleich dazu ohne Geschirr aussieht:

Ein Video als schlechtes Beispiel, wie man es gerade nicht machen sollte, habe ich auch noch gefunden und es euch weiter unten eingebunden. Dort werden verschiedene Geschirre eigentlich von „Fachleuten“ getestet.
Leider fiel nur eher nebensächlich auf, dass das Norweger-Geschirr mit Sattel die Schulterblätter einschnürt bzw. dass der Hund „viel anhat“ , „wie gepanzert ist“ und dies eventuell unangenehm sein könnte. Da aber das Video auch „Julius K9 Hundegeschirr“ genannt wird, wurde es wahrscheinlich von dieser Firma finanziert und dann wird es am Ende der Testsieger. 🙁 Obwohl kurz davor noch deutliche Zweifel an dem Geschirr geäußert wurden.

Dass der vordere Gurt auch noch zusätzlich das Schultergelenk behindert, erkannte beim Testen aber leider niemand. Eigentlich wirklich unmöglich, dass so ein Test im Fernsehen gezeigt wird!

Und noch erschreckender ist sogar die Annahme, dass dieses Geschirr gut für Hunde mit Problemen in der Hintergliedmaße geeignet sei. Sorry, aber das ist totaler Schwachsinn!

Für Probleme dieser Art gibt es spezielle Gehhilfen, mit denen man gezielt die Hinterhand unterstützen kann (bitte bei großen, schweren Hunden KEIN Handtuch oder ähnliches unter den Bauch legen, um den Hund anzuheben! So wird ein zu starker Druck auf die Bauchorgane ausgeübt bzw. diese werden regelrecht gequetscht!).

Es macht auch gar keinen Sinn, den Hund vorne hochzuheben, wenn er hinten ein Problem hat, ganz im Gegenteil! So lastet dann noch mehr Gewicht auf der Hinterhand, die ja bereits geschwächt und evtl. schmerzhaft ist, wenn man den Hund vorne anhebt! Noch dazu kann ein so erkrankter Hund bei diesem Geschirr leider nicht über die Vorderhand Mehrarbeit leisten, um die Hinterhand zu entlasten, wenn diese so eingeschnürt wird.

Am Ende wird das Geschirr sogar noch Testsieger, was sehr seltsam ist, da eigentlich zwei der Tester Zweifel an dem Geschirr anmerken. Also nehmt bitte den Test null für bare Münze, da er gerade am Ende zeigt, wie es nicht sein sollte! Diese sattel-artigen Geschirre sind wirklich nicht zu empfehlen und das sollte eigentlich jeder Hundebesitzer mit geschultem Auge in dem Video erkennen können.

Nochmal: das Ergebnis im Video ist nicht zu empfehlen – auch wenn das die „Fachleute“ eigentlich hätten beobachten und empfehlen sollen.

Wie ihr seht: Der Kauf des richtigen Geschirrs ist im wahrsten Sinne des Wortes „nicht auf die leichte Schulter“ zu nehmen. Ihr könnt mit einem falschen Geschirr eurem Hund unter Umständen tatsächlich schaden.

Genauso, wenn euer Hund ständig im Halsband hängt und sich damit dauerhaft verletzt.
Somit achtet bitte beim Kauf eines Geschirrs darauf, dass es euren Hund nicht einschränkt und er sich damit wirklich wohl fühlt und frei bewegen kann.

Worauf solltet ihr beim Kauf und der Auswahl eines Geschirres achten:

  • Das Geschirr sollte nicht über der Schulter hängen und der Schulter des Hundes freien Raum lassen. Probiert dafür das Geschirr an und lasst euren Hund ein bisschen auf und ab laufen. Im Video weiter oben seht ihr, wie die Schulter in einem Geschirr „gefangen“ wird.
  • Das Geschirr sollte aus einem weichen Material gefertigt sein, welches sich flexibel mitbewegt und weich ist. Zudem sollte es gut gepolstert sein.
  • Beim Tragen sollte das Geschirr nicht extrem hin- und her rutschen. Aber gleichzeitig darf es nicht zu eng sitzen, da es sonst zu Scheuerstellen und Druckstellen kommen kann, die den Hund deutlich verletzen.
  • Beim optimalen Sitz passt zwischen die Bänder und den Hundekörper bei mittelgroßen bis großen Hunden eine Handbreit und bei kleinen Hunden ein bis zwei Fingerbreit.
  • Vorne sollte das Geschirr nicht auf das Brustbein drücken.
  • Der Verschluss sollte stabil und abgerundet sein, damit er den Hund nicht verletzt. Die Bänder des Geschirrs sollten nicht zu schmal sein, da sie sonst in das Fell/Haut einschnüren.
  • Ist das Geschirr angelegt, versucht mal, am Rücken mit der Hand darunter zu gleiten – wenn die Hand gerade noch knapp reinpasst, sitzt es richtig und nicht zu eng. Bei einem zu engen Sitz drückt es schmerzhaft auf die Wirbelsäule.

Im Zweifel bestellt vielleicht mehrere Geschirre zur Ansicht und lasst euren Hund damit in der Wohnung Probe laufen, damit ihr wirklich das Ideale findet und auch ein Auge dafür bekommt, was für euren Hund gut ist. Wenn ihr einmal darauf geachtet habt, ist es gar nicht so schwer! 😉

Was für ein Geschirr oder Halsband nutzt ihr? Habt ihr Erfahrungen mit einem schlecht sitzenden Geschirr gemacht? Habt ihr Tipps wo man maßgeschneiderte Geschirre bekommt oder seid ihr von einer Marke besonders überzeugt? Wir sind gespannt auf eure Kommentare!

Liebe Grüße

Kathrin 🙂

Logo neu

Kathrin Bormann ist Gastbloggerin und neue Autorin bei Les Wauz und als Hundephysiotherapeutin und osteopathische Therapeutin für Hunde zuständig für die Hintergründe von wichtigen Hundethemen. Sie arbeitet selbständig im Raum Hildesheim. Mehr über Kathrin erfahrt ihr auf ihrer Webseite kranke-pfoten.de und vergesst nicht, ihre Facebook-Seite zu liken! 🙂

You Might Also Like

25 Comments

  • Reply TS 29. Juni 2017 at 11:01

    welchen Brustumfang hat Pixie und in welcher Größe trägt sie das Hurtta Y-Geschirr? Wir wollen auch eins kaufen, müssen es aber im Internet bestellen, da es niemand in unserer Nähe führt… 🙁 Unser (kleiner) Hund hat 40 cm Umfang an der breitesten Stelle.

    • Reply Rebecca 30. Juni 2017 at 11:21

      Pixie hat auch irgendwas um die 40cm. Ich würde das einfach ganz genau bei euch ausmessen und dann gibt es in den guten Onlineshops immer Tabellen welches Geschirr für welche Größe ideal ist. LG Rebecca

  • Reply Antonietta 4. April 2017 at 19:41

    Wir haben für unseren Hund ein ausbruchsicheres Geschirr von AnnyX. Das sitzt bei ihm absolut perfekt! Außerdem haben wir schon diverse Geschürte maßschneidern lassen bei „Bellissimo“ in Dachau, z.B. das Trailgeschirr und sind auch hier sehr zufrieden mit dem Sitz und der Verarbeitung.

  • Reply JULIA 4. Februar 2017 at 07:16

    Hallo Rebecca,

    ersteinmal vielen, vielen Dank für Deinen Blog!!! Ich bin ganz begeistert!! Es ist der erste Blog, der mich wirklich fesselt und bei dem ich wirklich viel, viel mitnehmen kann!! Was für eine Arbeit!! Meine Rumänenmixin habe ich seit 5 Jahren und seitdem versuche ich u.a. auch im Internet Hunde-Informartionen zu finden, was ja nicht immer so einfach ist….
    Ob es wohl möglich wäre die Marken der guten Hundegeschirre zu nennen, so wie Du es auch bei den Hundeleckerlies gemacht hast?? Das war eine große Hilfe und wäre es für mich auch bei den Geschirren!!

    Liebe Grüße aus dem Süden und: weiter so !!!!
    Julia

  • Reply karokaro 12. Dezember 2016 at 18:23

    Hallo, also dass das Norweger nicht dafür geeignet ist,wäre mir neu. Der Brustgurt sitzt im Idealfall ja über der Schulterbeuge und behindert den Hund kein Stück in seiner Bewegung-das passiert nur, wenn der Brustgurt zu tief sitzt, dehalb ist die Passform das A und O. Der Brustgurt muss oberhalb der Schulterbeuge und unterhalb der Kehle sitzen-dann ist es perfekt. Ein Sattelgeschirr allerdings sitzt wie ein Sattel beim Pferd, sollte also nicht aus der Position gross verschoben werden-deshalb halte ich das für keine gute Lösung. Der starre Sattel kann dem Fell in der Bewegung eher Schaden zufügen. Hatte ich früher und die Haare brachen ab. Das Norweger mit einer Polsterung hingegen kann am Hund ohne Bedenken bewegt werden. Ein Steggeschirr mit Brustgurt zwischen den Vorderbeinen halte ich hingegen für keine gute Lösung. Der Hund hat ja keine Schulterkugel wie wir Menschen und seine Bewegungen laufen nach vorn und hinten ab-nie seitwärts. Durch Zug von der Seite kann es durch den Bruststeg passieren, dass er den Hund zu Ausfallschritten zur Seite mitzieht-dies wirkt sich auf Dauer bestimmt nicht positiv auf seine Gelenke aus. Beim gut sitzenden Norweger ohne Brusteg vorn bleibt der Hund gerade stehen, weil der Brustgurt sich hin und her bewegen kann. Ich benutze seit 3 Jahren ein Jack B. Geschirr für meinen Hund und bin begeistert. Es ist super weich gepolstert, geniale Passform, hochwertig verarbeitet (3 Jahre alt!), der Verschluss ist oben und mein Hund kann super aus Problemsituationen rausgeholt werden und ist bei mir. Die Seitendiagonalen geben den Brustgurt stand und machen das Geschirr kompakt und sicher am Hund. Ich kann es nur bestens weiterempfehlen. http://www.jack-b.de LG Johann

  • Reply Sophia 13. November 2016 at 21:39

    Hallo,
    zunächst möchte ich einmal etwas Positives äußern. Ich finde es toll, wie du beschreibst, wie ein Geschirr sitzen muss. Ich verstehe auch deine Sicht auf Hunde, die Halsband tragen und nicht leinenführig sind.
    Leider finde ich den Rest des Artikels fragwürdig. Wie kann man so sehr verallgemeinern? Du kannst doch nicht eine bestimmte Art Geschirr allgemein schlecht reden. Natürlich sitzen manche Geschirre bei der Mehrheit der Hunde nicht richtig, aber dennoch kann auch ein Julius-K9 Geschirr bei manchen Hunden einen perfekten Sitz aufweisen. Man sollte doch wirklich von Hund zu Hund individuell entscheiden. Aus diesem Grund finde ich, dass du einfach den perfekten Sitz und auch schlechten Sitz hättest beschreiben können.
    Weiterhin kann es doch nicht dein Ernst sein, dass du Menschen, die ihren Hunden einen Leinenruck verpassen als „asozial“ bezeichnen. Entschuldige bitte, aber ich würde eher Menschen als asozial bezeichnen, die genau das tun was du hier tust: Leute aufgrund solch kleiner Handlungen derart verurteilen. Natürlich sollte man nicht permanent daran rucken, aber für den Lernprozess kann ein gut gesetzter und angemessener Leinenruck sehr weiterhelfen. Beispielsweise gehe ich gerade aus und mein Hund schießt vor. Bevor die Leine straff wird, drehe ich um und der Hund rennt in die Leine. So und dabei merkt er (selbstständig und aktiv), dass er sich selbst in diese Situation gebracht hat. Oder wenn der Hund nicht auf ein Kommando reagiert, dann bekommt er einen Leinenruck (der Situation angemessen), damit er aufhört etwas anderes beispielsweise zu fixieren.
    Ebenfalls nicht in Ordnung finde ich, dass du beschreibst, dasss ein Halsband so breit wie nur irgendmöglich sein sollte. Was bedeutet denn ein breites Halsband? Ist der Hund nicht leinenführig und schmeißt sich in die Leine, so tut ihm eben nichts weh. Was merkt er? Leine ziehen ist doch nicht schlimm. Er wird immer mehr und häufiger rein rennen, weil eben nichts passiert. Bei einem dünnen Halsband oder auch einer Kette, wird er ein Mal spüren, dass an der Leine ziehen unangenehm ist und nach wenigen Versuchen lässt er es SELBSTSTÄNDIG sein. Eine Kette als Halsband ist keineswegs verwerflich. Im Hundesport beispielsweise sogar sehr sinnvoll. Zieht der Hund nicht an der Leine, spürt er diese Kette kein bisschen. Tut er etwas Unpassendes kann er simpel korrigiert werden. Richtig angewendet, ist dabei nichts schlimm. Leider sehen das nur diese Hundehalter, die 3 Stunden Gassi gehen und sonst keine Ahnung haben nicht.
    Ein Halsband wird niemals einem Hund schaden, der erlernt hat, wie man an der Leine läuft. Leider sind doch genau die Geschirr-Hunde meistens diejenigen, die es nur tragen, weil alles andere ja „ungesund“ ist. Dabei ziehen genau diese Hunde am Geschirr. Prima. Problem gelöst.

    Der schwerwiegendste Fehler, der leider überall zu finden ist im Internet: POSITIVE UND NEGATIVE VERSTÄRKER.
    Bei der positiven Verstärkung geht es darum, dass der Hund für ein bestimmtes Verhalten etwas bekommt. Etwas wird hinzu gegeben. Beispiel 1: Der Hund soll „Sitz“ machen und bekommt ein Leckerlie. Postiv = Er bekommt etwas. Beispiel 2: Der Hund reagiert auf ein Kommando nicht und bekommt dafür einen Leinenruck. Positiv = Es wird etwas hinzu gegeben was vorher nicht da war. Beispiel 3: Der Hund knabbert am Schuh und das Verbotskommando „Nein“ ertönt. Dem Hund wird etwas gegeben und er lässt es dadurch sein.
    Bei der negativen Verstärkung anders herum. Dem Hund wird etwas entzogen. Beispiel 1: Der Hund ist auf dem Tierarzttisch und hat Angst vor der Tierärztin. Der Hund muss ausharren bis die Tierärztin verschwindet. So wird ihm der Grund für die Angst genommen. Dem Hund wird ein Reiz entzogen und dadurch wird er ebenso belohnt.
    Bevor man solches Fachvokabular verwendet, sollte man doch vielleicht einmal recherchieren was es überhaupt bedeutet. Positive und negative Verstärker kommen aus der Psychologie und finden in der Pädagogik Anwendung. „Positiv“ kann NICHT mit „Belohnung“ und „negativ“ kann nicht mit „Strafe“ gleichgesetzt werden.

    Ich hoffe, dass meine Erläuterung zu positiver und negativer Verstärkung geholfen haben.

    Ich wünsche alles Gute!
    Sophia

    • Reply Rebecca 14. November 2016 at 11:14

      Hallo Sophia, jeder hat seine eigene Meinung und natürlich kannst du deine äußern. Ich bin komplett dagegen den Hund durch Leinenruck etc. zu ermahnen, ihm Kettenhalsbänder oder ähnliches anzulegen. Da es -wie in meinem Artikel geschildert – dem Hund gesundheitlich schadet. Seiner Wirbelsäule, seiner Kehle, etc.
      Das ist tatsächlich bewiesen und nicht nur meine Meinung. Es ist vollkommen ok, dass du anderer Meinung bist, aber genau damit meine Leser nicht an ihrem Hund herumrucken und ihm dünne Halsbänder umlegen „damit er selber merkt dass es weh tut“ schreibe ich meine Artikel.
      Und keine Sorge, ich kenne mich mit positiver und negativer Verstärkung ziemlich gut aus. Dennoch danke für deinen Exkurs. Mit lieben Grüßen Rebecca

  • Reply Christina 20. Mai 2016 at 08:20

    Hallo Rebecca!

    Ich finde deinen Artikel sehr gut geschrieben und hoffe, dass viele Leute deswegen mal ihre Geschirre überdenken bzw. Geschirre und Halsbänder je nach Situation verwenden. Tagtäglich sehe ich nicht passende Geschirre und Hunde, die permanent mit Halsband ziehen und die Halter die Hunde immer wieder am Halsband zurück ziehen. Mir springt sowas immer direkt ins Auge, auch die völlig ungeeigneten Norgwegergeschirre. Sehen die Leute nicht, dass der Gurt auf der Schulter liegt? So schwer ist das doch nicht. Aber hauptsache es sieht gut aus. Auch ich verwende Geschirr als auch Halsband. Das Halsband aber nur, wenn 99 Prozent des Spazierganges aus Freilauf bestehen. Ist ja schließlich viel gemütlicher. Ich vergleiche das immer mit dem BH bei den Frauen :-D. Ansonsten trägt mein Jack Russel – Straßen -irgendwas – Mix immer ein Geschirr. Und das ist maßangefertigt. Und ich bin übrigens auch der Meinung, dass das Ziehen an der Leine in vielen Situationen nichts mit fehlender Bindung zu tun hat. Wenn mein kleiner Stinkbär die „Oma“ sieht, flippt er förmlich aus vor Freude und will so schnell wie möglich zu ihr. Und bei Hasen.. ist ja klar, dass man auch da so schnell wie möglich hin muss ;-)! Ich stehe voll und ganz hinter deinem Artikel, ich bin ganz deiner Meinung! Mach weiter so!

    • Reply Rebecca 20. Mai 2016 at 10:52

      Danke liebe Christina für die lieben Worte! Habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut. <3

  • Reply Pudeline 28. Februar 2016 at 18:24

    Nein Rebecca, der Hund -auch wenn er klein ist- wird nicht „durch die Luft geschleudert“! 😉
    Paula ist ein Kleinpudel und auch nicht sooo groß, sie „fliegt“ trotzdem nicht über dem Boden (als sie ein Welpe war war sie ja noch kleiner)
    Zum Ausprobieren kannst du an dein Geschirr einfach eine Schlaufe rannähen.

  • Reply Pudeline 24. Februar 2016 at 17:49

    Ich habe ein selbstgemachtes Bio Thane-V-Geschirr mit Frontbefestigung (die Leine wird also vorne befestigt).
    So weit ich weiß kann man solche auch fertig kaufen, z. B. ist Sturmfrei so eines.
    Das sitzt aber wie ein Norweger und wenn ich mir anschaue, wie Hunde damit laufen, tut es mir echt im Herzen weh!
    Die armen Hunde! Norweger und „Panzer“ sind absolut ungeeignet, da stimme ich euch zu!
    Aber zurück zum Frontgeschirr.
    Das praktische bei solchen Geschirren ist, das der Hund garnicht ziehen kann- weil er sich sonst um 180 Grad drehen würde, also damit genau das Gegenteil erreicht. Folge: Der Hund ist super Leinenführig und es wird nichts belastet.
    Zum selbermachen: klingt schwierig, ist aber ganz einfach, vorausgesetzt man hat die richtige (Leder-) Nähnadel, mit einer Nähmaschiene arbeite ich nicht.
    Das dauert, wenn mann`s einmal drauf hat (vieleicht zuerst mit Gurtband probieren ;-)), 1-2 Wochen, ich baue ja schließlich keine Flughäfen 😉 !
    Günstiger undqualitativ hochwertiger wird es auf jeden Fall.
    Kurze Anmerkung zur Leine: es gibt einen Leinenverschluss, der heißt Klemi und ich finde den super (rate jedem zum googeln ;-))!!!

    • Reply Rebecca 25. Februar 2016 at 12:16

      Hallo Pudeline, wie cool dass du das richtige Geschirr für dich gefunden hast. Für Pixie wäre es wohl ein bisschen schwierig mit einem Frontgeschirr aufgrund ihrer Größe. Würde ich sie eher durch die Luft schleudern als mit ihr spazieren zu gehen. 😉 Aber danke für die coolen Tipps! Für größere Hunde kann das absolut geeignet sein. Liebe Grüße Rebecca

  • Reply Gandalfine 6. Februar 2016 at 11:57

    Mmmmh, wir haben ein K9 und sind sehr zufrieden damit. Hundi zeigt keinerlei „komische“ Haltungen oder vermeidet Spielen mit anderen Hunden etc., wenn er es trägt. Er steckt auch freudig immer seinen Kopf schon hinein, wenn ich es runternehme. Ich habe es gekauft wegen des Haltegriffs oben und des breiten Brustgurtes, weil Hundi gerne mal an der Leine zu anderen Hunden hinhechten möchte oder hochkantig im Feld steht, dem wegsprintenden Hasen hinterher guckend. Da kann ich ihn schnell an dem Griff packen und habe ihn besser im Griff als nur an Leine/Halsband und es ist für ihn nicht so schmerzhaft… dachte ich jedenfalls bisher. Es verrutscht auch nicht und lässt sich leicht reinigen. Werde jetzt aber mal auf die Schulter achten.

    =)
    Gandalfine

    • Reply Rebecca 6. Februar 2016 at 12:29

      Liebe Gandalfine, wir wollen dir dein Geschirr ja nicht schlecht reden aber wenn du dir anschaust wo die Schulter des Hundes ist und wo das Geschirr liegt, dann ist das schon unpraktisch. Als würde man dir ein Band um die Schultern auf Oberarm-Höhe legen. Dann ist es schon schwierig die Arme zu benutzen. Weißt du was ich meine? Natürlich ist es besser ihn am Geschirr festzuhalten als am Halsband. Aber optimal sind sie leider einfach nicht, da die Schulter sich nicht frei bewegen kann. Das muss dein Hund ja auch nicht anzeigen und natürlich wird er das Geschirr nicht aktiv verweigern wenn es zum Spaziergang geht. Da freut er sich ja drauf. Falls du dir ein neues zulegst kannst du dir ja trotzdem mal die anderen Geschirre anschauen. 😉 Liebe Grüße Rebecca

      • Reply Gandalfine 7. Februar 2016 at 12:22

        Nein, Hundi wird sicherlich nicht für den Rest seines langen (gaaanz bestimmt 🙂 ) Lebens ein K9 tragen, z. B. denke ich, so ein Führgeschirr, das auch unten gekreuzt ist, wäre für seinen schmalen, spitzen Brustkorb gut geeignet.

        =)
        Gandalfine

  • Reply Stefan Teske 6. Februar 2016 at 11:37

    Puh, ich glaube, wir beiden leben auf ganz unterschiedlichen Planeten…. Habt ihr euch mit euren an den Leinen ziehenden Hunden denn schon mal überlegt, dass sich der Hund damit selbst in eine unangenehme Situation bringt, die er beenden könnte, wenn er denn wollte? Hast du dir von einer professionellen Trainerin einmal zeigen lassen, wie sich ein „richtiger“ Impuls anfühlt? Ich schon, von mehreren. Ja, und ich habe mich mit unserer ersten Trainerin sogar wg. dieses Themas überworfen. Heute ist Gülay von den Küstenschnuten für mich die beste Trainerin der Welt – weil ihr Konzept (inklusive Leinenimpuls) in meiner „reflektierten“ Rückschau so gut aufgegangen ist, dass der Mix aus positiver Verstärkung, Belohnung aber auch Impulsunterbrechung, wenn sie richtig getimed ist (man also seinen Hund lesen kann) und situativ angemessen ist, effektiv und schnell dem Hund sein richtiges Verhalten beibringt. Und er schnell lernt, seinen ihm gegebenen Freiraum einzuschätzen. Positive Verstärkung wird immer an Grenzen kommen, also braucht man in meinen Augen als verantwortungsvoller Hundehalter, der seinen Hund so artgerecht wie möglich halten möchte, eine breites Repertoire. Du arbeitest ja auch nicht mit positiver Verstärkung, wenn zwei Hunde sich in der Wolle haben, oder? Sicher gibt es für alles pros und contras – und es ist interessant, dass die Hundeexperten, mit denen ich zu tun hatte, egal ob in Welpenstunde, Junghundeschule, in der Besuchshundeausbildung, vom gassiservice, und unsere Tierärzte, alle mit einem breiten Repertoire gearbeitet haben und nicht nur in einer Ecke unterwegs waren. Schon „merkwürdig“, wie sich dann auch immer findet, was wertemässig zusammenpasst. Aber das liegt wohl in der Natur der Sache 🙂 … Und übrigens: kein vernünftiger Mensch spricht ja davon, dass man ruckend mit seinem Hund spazierengeht.. Du gehst ja auch nicht die ganze Zeit mit Futterbeutel neben Deinem Hund her oder redest positiv bestärkend auf ihn ein? Es geht um gezielten Einsatz. Ruckend mit dem Hund durch die Gegend laufen sähe sicher genauso verkrampft aus, wie es aussieht, wenn manche Halter von ihrem Hund spazierengeführt werden … Also nix gewonnen… Und klar haben Erziehung eines Instinktgetriebenen Lebewesens und Beziehung etwas gemeinsam. Ein Hund der an der Leine zieht, zeigt, genauso wie ein Hund, der ein Nein ignoriert oder nicht auf den Rückruf achtet, seinem Herrchen oder Frauchen den stinkefinger. Also hat beides schon miteinander zu tun… Wir haben unseren Hund so erzogen, dass er sich an uns orientiert und so ein artgerechtes Hundeleben in maximaler Freiheit führen kann – nämlich 99 % ohne Leine. Das sollte ja grundsätzlich das Ziel sein! Und wenn dazu in der Ausbildung der ein oder andere Ruck gehört, wird dein Hund, könntest du ihn fragen, doch sicher sagen: Danke!

    • Reply Rebecca 6. Februar 2016 at 12:34

      Hallo Stefan, mein Hund zieht nicht an der Leine – es sei denn er will unbedingt zu seiner Trainerin oder er sieht ein Eichhörnchen/Kaninchen. Somit kann ich deine Kritik nicht auf mich beziehen, da ich ihm ansonsten mit positiver Verstärkung beigebracht habe, dass er auf mich achtet und ich die Leine daher immer durchhängen lassen kann. Und ich denke nicht, dass er in dem Moment wenn er dann mal im Affekt zieht, reflektiert, dass er den „Schmerz“ stoppt. Er will da einfach nur hin mit allem was er hat. Es ist doch ok dass du deinen Mix gefunden hast und mit deinem Hund gut arbeiten kannst. Das will ich überhaupt nicht bezweifeln. Es scheint ja auch so, dass du dich umfassend damit beschäftigt hast und das spricht definitiv für dich. Ich sehe tagtäglich eine Menge Hundebesitzer die einfach an der Leine reißen, ihren Hund dabei anschreien „Lass dass!“ und ihn ihre komplette Frustration über die fehlende Leinenführigkeit spüren lassen. Genau die meine ich wenn ich von asozialem Leinenruck spreche. Und glaube mir, ich sehe das im Raum Hamburg oft.
      Das halte ich einfach für unmöglich und sicher alles andere als effektiv.
      Da bist du doch sicher meiner Meinung und dann sind wir doch wieder auf einem Planeten angekommen. 😉 Liebe Grüße Rebecca

  • Reply Frauwau und Frauchen 5. Februar 2016 at 23:26

    Hallo Rebecca,
    danke für diesen tollen Beitrag. Ich kann ihn nur positiv gestimmt aufnehmen. Wir haben ein Anny-x Protect-Geschirr und eine Maßanfertigung – bald zieht noch ein maßgefertigtes Geschirr für die Arbeit ein. Aber wir besitzen eben auch eine kleine Sammlung von Halsbändern; sogar ein Kettenhalsband (ausschließlich!) fürs Schwimmen. Und Zugstopphalsbänder, die eben mit einem Zugstopp funktionieren – sie sind geschlossen genau so weit, wie generelle Halsbänder und schneiden dem Hund nicht im Halse ein.
    Und wir handhaben es wie ihr: Es gibt Situationen, da reicht ein Halsband aus (nur fix zur nächsten Freilaufwiese, die abendliche Pipirunde oder um den Block, wo man eh alle Ecken kennt) und in anderen Momenten muss eben ein Geschirr an (unbekannte Orte, viele Menschen und Hunde und auch Tage, die uns einfach nicht liegen). Zoi kennt beide Methoden, um an der Leine zu laufen.

    Auch den Beisatz, dass ein ziehender Hund keine Bindung hat, finde ich Irrsinn. Hat (m)eine Leinenhexe keine Bindung zu mir, nur weil sie von einem anderen Hund angepöbelt wird? Oder weil sie ein Eichhörnchen sieht? Oder ihre Lieblingsmenschen? Oder weil sie groß/klein muss? Mmn komplett fehlinterpretiert. Und als kleinen Tipp, Stefan: In schwierigen Situationen für den Hund bekomme ich sie beispielsweise mit dem Clicker ganz wunderbar aus dem Moment zu mir zurück gelenkt. Ja, es geht auch anders.

    (Das Video von den Geschirrtests finde ich sowieso dämlich, da sehe selbst ich verdammt viele Einstellungsfehler, argh…)
    Liebe Grüße,
    Frauwau und Frauchen Vanessa 🙂

    • Reply Rebecca 6. Februar 2016 at 12:37

      Liebe Vanessa, danke für deinen Kommentar. Von den Anny-X-Geschirren habe ich schon viel gutes gehört. Leider sind sie für Pixie irgendwie zu groß oder zu mächtig.. habe da noch nicht das Passende gefunden. Auch wenn ich sie echt toll finde. Und bei uns war der Clicker tatsächlich auch das perfekte Medium für das Leinenführigkeits-Training. Viele Rückschritte und Bögen, die sie dann mitgelaufen ist und verstanden hat, dass es so viel einfacher ist, wenn sie auf mich achtet. 😉 Und im Freilauf ist das Halsband natürlich viel viel gemütlicher.. da trägt Pixie ihrs auch immer noch. Liebe Grüße Rebecca

  • Reply Franziska Neumann 5. Februar 2016 at 19:51

    Hallo Rebecca,
    Toller Artikel! Wir wechseln Geschirr und Halsband auch je nach Situation. 🙂
    Nach langem suchen habe ich inzwischen auch ein super Geschirr gefunden was genügend Schulterfreiheit gewährt und meinem Aussie gut passt. Leider sieht es bei der Auswahl in den Tierfachgeschäft en in unserer Nähe echt mau aus :(.
    Durch Zufall kam ich auf die Internetseite von Uwe Radant und kann das „Safety Führ- und Zuggeschirt“ wärmstens empfehlen. Es ist nach dem Vorbild eines Zuggeschirres entwickelt und verteilt den Zug bei einem plötzlichen Ruck super.
    Liebe Grüße Franzi

    • Reply Rebecca 5. Februar 2016 at 21:13

      Hallo liebe Franziska, vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Den Shop von Uwe Radant kannte ich noch nicht. Die Geschirre sehen echt toll aus. 🙂 Ganz liebe Grüße Rebecca

  • Reply Andrea 5. Februar 2016 at 15:06

    Das Bindung immer mit Erziehung gleichgesetzt wird, das bringt mich noch mal um… 😉 Alle Hunde, die ich kenne, haben Bindung zu ihren Besitzern, egal wie sie behandelt, erzogen und gefüttert werden, ob sie an der Leine ziehen, eine Stunde alleine jagen gehen oder nicht. Die wissen, wer Herrchen oder Frauchen ist – was braucht es sonst noch? ERziehung oder vor allen Dingen die Qualität der BEziehung sind für mich völlig andere Dinge, die nicht unbedingt in einen Topf gehören, aber wir waren ja beim Halsbandthema…

    Liebe Rebecca, wie Du weißt, besitzen wir ja den von Euch beschriebenen dünnen Strick (Moxonleine), was wirklich nur zu empfehlen ist, wenn der Hund in der Regel anständig an der Leine laufen kann. Passieren kann es immer, dass der Hund mal in die Leine springt – auch uns – alles andere wäre gelogen. Aber in der Regel sollte es klappen. Zudem läuft Linda ohnehin 80 – 90 % ihrer Zeit ohne Leine, denn sie fühlt sich auch nach drei Jahren immer noch beengt, wenn sie das breite Halsband oder ihr Geschirr tragen muss. Mir persönlich haben diese Sattelgeschirre ja schon optisch noch nie gefallen, weshalb ich für Linda auch so ein ähnliches Geschirr habe, wie Du für Pixie.

    Und die Problematiken von gequetschten Halsstrukturen und eingeengten Schultern sind mir aus dem Reitsport nur allzu gut bekannt…

    LG Andrea und Linda

    • Reply Rebecca 5. Februar 2016 at 15:15

      Liebe Andrea, wie ich schon geschrieben habe: wenn der Hund so gut wie gar nicht in die Leine springt dann ist eine dünne Moxonleine ja auch ok. 😉 Ich habe es erwähnt, weil diese dünnen Halsbänder in den falschen Händen und bei jungen Hunden echt bösen Schaden anrichten können.
      Und natürlich fliegt jeder Hund mal ungewollt in die Leine – keiner von uns ist perfekt und vor allem ich als Terrier-Bändigerin bin weit davon entfernt. „Katze??!“ „Eichhörnchen?!!!“ so schnell kann ich gar nicht gucken. Im jagdfröhlichen Umfeld gibt es bei uns deshalb inzwischen immer das Geschirr. 🙂
      Und wenn ich beispielsweise weiß, dass Pixie beim Mantrailen beim Ankommen wie Hulle zieht weil sie allen Hallo sagen will und unsere Trainerin vor allem total übermütig begrüßen muss und sie sich wie bekloppt freut dass es gleich los geht, dann leine ich sie natürlich am Geschirr an, damit sie sich damit nicht minutenlang den Hals abklemmt – was ihr in dem Moment ja egal ist, weil sie einfach nur ausflippt vor Freude.
      Und dieses Verhalten hat dann viel mehr mit der Begeisterungsfähigkeit von Pixie zu tun als mit der fehlenden Bindung zu mir. Auch wenn sie sich über mich gefälligst auch mal so freuen könnte. 😆
      Wenn ich Pixie im Freilauf rumflitzen lasse, ist sie auch meist mit Halsband unterwegs – daher hat sie es auch auf vielen Bildern auf dem Blog an. Nur bei den Runden in Hamburg durch die Nachbarschaft kommt immer das Geschirr dran, da ich sie fast durchgehend angeleint habe. Und ja, im Reitsport gibt es sicher ganz ähnliche Probleme mit Sattel etc.
      Danke wie immer für deine tolle Kommentare! 🙂 Liebe Grüße Rebecca

  • Reply Stefan 5. Februar 2016 at 13:22

    Merkwürdiger Artikel, wenn Hundehalter, die ihren Hund mit einem Leinenruck „trainieren“ als assozial bezeichnet werden. Ein korrekt ausgeführter Ruck bildet nichts anderes nach als das Zwicken einer Hundemutter. Das schon mal beobachtet? Und dient einzig und alleine dazu, dem Hund zu helfen aus seiner Starre herauszukommen. Oder pfeift Ihr Euren Hund auch nicht zurück, weil das für sensible Hundeohren ja viel zu hohe Frequenzen sind? Anyway, solche und solche Meinungen gibt es da. Die einen erziehen ihren Hund artgerecht soweit es geht, die anderen, Leben mit ihrem Hund eben auf einer Wolke. Eine andere Einstellung oder Meinung oder Vorgehensweise aber als „assozial“ zu bezeichnen ist krass und unwürdig für einen ernsthaften Blog und per se schon assozial. Schon mal überlegt, warum Euer Hund an der Leine zieht? Ich würde mal behaupten, dass das mit fehlender Bindung zu tun hat. Ein Hund, der sich an seinem Menschen orientiert, zieht nicht an der Leine. Punkt!

    • Reply Rebecca 5. Februar 2016 at 14:03

      Hallo Stefan, danke für deinen Kommentar! Ich finde kritische Einwände ja auch immer super, da ich dann Sachen noch mal dopppelt erklären kann. 🙂
      Merkwürdig ist doch zudem schonmal gut, denn damit bezeichnest du den Artikel als etwas, was es würdig ist sich zu merken. Und schauen wir uns doch gemeinsam die Bezeichnung „asozial“, das heißt ja nichts anderes als „un-sozial“ und ja, ich bin der Meinung, dass es unsozial ist dem Hund Schmerzen hinzu zu fügen, wenn er etwas tun soll, was er nicht wissen kann.
      Denn du wirst deinem Hund sicher nicht vorher sagen: Hallo Bello, sei bitte langsamer sonst muss ich dich rucken! Sondern er agiert und du reagierst und hoffst, dass er es daraufhin nicht mehr macht. Dies ist es eine nichtangekündigte Strafe und davon halte ich eben nichts.
      Ich gehe sogar so weit, dass ich der Meinung bin, dass Strafen falsch ist und das Hunde mit positivem Training nicht nur gewaltfrei sondern nachhaltig lernen. Darüber kannst du wissenschaftlich tollste Informationen im Buch von John Bradshaw lesen, was ich wirklich jedem empfehlen kann!
      Wie ich meinen Hund positiv erziehe und dass ich ihm dennoch Grenzen setze, erkläre ich übrigens hier.

      Mein Blog ist eine Sammlung meiner Meinung, Erfahrungen und der Dinge, die ich durch und mit meinem Hund gelernt habe.
      Deshalb schreibe ich dann natürlich auch über Dinge, die ich nicht richtig finde.
      Zudem: Alles was du in dem „merkwürdigen Artikel“ darüber liest was ein starkes Ziehen am Halsband beim Hund auslösen kann, wird noch mal verstärkt, wenn der Mensch mit Kraft an der Leine zieht und den Hund zurück ruckt. Du schadest aktiv der Gesundheit des Hundes wenn du dies regelmäßig praktizierst. Das ist einfach ein Fakt. In diesem Artikel werden mögliche Schäden durch Leinenruck übrigens auch gut beschrieben.

      Wenn du der Meinung bist, dass du diesen Leinenruck bei deinem Hund anwenden möchtest, dann machst du das eben – ich kann dich nicht davon abbringen. Was ich aber tun kann, ist, dass du durch Artikel wie diesen – der die Folgen von Leinenruck und Leinenzug erklärt – zum Nachdenken gebracht wirst und vielleicht doch anders mit deinem Hund in Zukunft umgehst. Und ich polarisiere dann lieber in meinem Artikeln und nenne etwas asozial als dass ich immer nur freundliche Artike über Schneespaziergänge schreibe, die nichts wirklich ändern können.
      Ich würde mich freuen, wenn du nur für wenige Minuten das Thema „Leinenruck“ reflektierst und vielleicht dann doch nicht mehr anwendest. Dann war die Mühe für den Artikel hier es komplett wert gewesen. So sehe ich das. 😉
      Zudem teile ich nicht deine Ansicht, dass ein Hund durch eine fehlende Bindung an der Leine zieht. Das ist fehlendes Training und der Hund muss von kleinauf erst einmal lernen, wie er an der Leine zu laufen hat. Übrigens gibt es hier tolle Tipps wie man dies ohne Leinenruck positiv aufbauen kann.
      Sicher sind viele Menschen bei diesem Thema nicht konsequent und trainieren es nicht intensiv genug, damit der Hund aufhört zu ziehen.
      Aber eine Schlussfolgerung von „fehlende Bindung = schlechte Leinenführung“ finde ich auch komplett zu kurz gesprungen und schnell geschlussfolgert.
      Liebe Grüße Rebecca

Hinterlasst uns gerne einen Kommentar :)