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Wie viele Wörter versteht euer Hund?

By 29. Juli 2016 Gassi gehen, Hundeleben, LES WAUZ persönlich, Training

Ohne dass wir es wirklich bewusst steuern, bringen wir unseren Hunden eine Menge Wörter bei, die sie durch Training, alltägliche Rituale und Tricks voneinander unterscheiden können. Wir machen uns darüber wenige Gedanken, aber durch dieses Vokabular „sprechen“ unsere Hunde somit schon eine ganze Menge unserer Sprache. Denn auch wenn sie die Wörter nicht aussprechen könne, können sie diese ja verstehen.

Tolle Lektüre zum Thema

Wie ich auf das Thema gekommen bin? Seit einigen Tagen lese ich das wunderbare Buch „Liebst du mich auch“ von Patricia B. McConnell welches sich um aktuelle Wissenschaftliche Ergebnisse zu Emotionen, Intelligenz und Denkleistungen dreht und mit tollen Beobachtungen und Geschichten der Autorin und Trainerin selbst gefüllt ist. Ich kann es total empfehlen da es mir wieder einmal klar gemacht hat, was unsere Hunde alles können.

Und Patricia B. McConnell erzählt am Ende des Buches (wo ich gerade bin) von einem Hund namens Rico, welcher 200 Wörter unterscheiden konnte und durch einen Versuch bewiesen hat, dass er abstrahieren kann: Rico wurde ein ihm unbekanntes Wort genannt und er sollte diesen Gegenstand mit unbekannten Wort aus dem Nachbarraum holen. Als Rico dort sieben bekannte und einen unbekannten Gegenstand vorfand, nahm er direkt den unbekannten Gegenstand da er kombinierte: unbekanntes Wort = unbekannter Gegenstand, denn alle anderen Gegenstände kenne ich ja. Was für eine unfassbare Hirnleistung! Ich war total von den Socken!

Das Buch ist gespickt mit solchen Geschichten und zwar ein ordentlicher Wälzer aber beispielsweise eine super Urlaubslektüre. 😉

Ihr könnt das Buch beispielsweise hier bestellen:

Vor einigen Jahren habe ich zudem das Buch „Wenn Hunde sprechen könnten..“ von dem ungarischen Tierverhaltensforscher Vilmos Csány verschlungen. Das Buch ist null wissenschaftlich oder dröge, sondern Csány erzählt auf faszinierende Weise wie er an seinen eigenen Hunden das Thema Sprache tagtäglich testet und was er bei seiner Arbeit an der Universität von Budapest mit Hunden alles über sie erfährt. Auch eine totale Leseempfehlung!

Das Buch könnt ihr beispielsweise hier bestellen:

Es gibt sogar einen Border Collie namens Chaser in den USA der 1022 Begriffe versteht und unterscheiden kann. Ein wahnsinniges Vokabular! Mehr darüber findet ihr hier in diesem Artikel 

Wieviel Hundedeutsch spricht Pixie?

Bei all diesen Gedanken um die Wörter, die unsere Hunde unterscheiden und durch eine passende Aktion auch verstehen können, wurde ich neugierig, wieviel Hundedeutsch Pixie wirklich spricht. Ich habe mir in den letzten Tagen einmal die Mühe gemacht all die Begriffe und Wörter aufzulisten, die sie versteht und daneben geschrieben, was sich dahinter verbirgt.
Die meisten Begriffe beziehen sich tatsächlich auf das Training draußen, Alltagsdinge und ein paar Tricks. Ich muss dringend wieder mehr Tricks mit Pixie üben, denn das bringt ihr so riesigen Spaß und so vergrößert sie ja automatisch schnell ihr Vokabular. Aber ich war dennoch erstaunt, dass Pixie wirklich auf 70 Wörter kommt! Wow. Das ist schon ne Menge!

Zusätzlich ist mir aufgefallen, dass ich bei den Tricks tatsächlich teilweise vor allem ein Handzeichen habe und gar nicht unbedingt einen Begriff, da Pixie auf Handzeichen viel verlässlicher reagiert.
Denn: Es ist für sie natürlich deutlich einfacher auf ein Handzeichen zu reagieren als auf ein immer von der Intonation und Betonung wechselndes Wort. Gerade bei Tricks, bei denen sie sehr konzentriert arbeitet, die Tricks häufig wild durcheinander wechseln und Pixie dann so voller Energie ist, dass sie sich besser an Handzeichen orientieren kann.

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Seid ihr dabei? Wieviel Hundedeutsch spricht euer Hund?

Nun wäre ich total gespannt, wieviel Hundedeutsch euer Hund spricht. Ihr werdet euch auch sicher wundern! Weiter unten findet ihr all unsere Begriffe aufgelistet in Gruppierungen und ich fände es superspannend, wenn ihr auch Lust habt, mitzumachen! Ich habe die letzten Tage vor allem beim Spazieren gehen immer wieder Wörter schnell in die Notizfunktion meines Smartphones eingetippt, die mir unterwegs aufgefallen sind. Auch Zuhause habe ich das mehrmals gemacht und bin dann auch ihr Trick-Repertoire durchgegangen. Es ist eigentlich ganz einfach und definitiv sehr interessant, was sich alles so in den Jahren angesammelt.

Übrigens haben die Blogger von Tricking Coffee,  verwauzt und zugebellt , Beagle Timmy der Schnüffelinspektor, I am not a fox und the pell-mell-pack schon bei der Aktion mitgemacht. 😉

Ich bin mir sicher, dass es beispielsweise Australian Shepards und Collies gibt, die uns locker in den Schatten stellen. 😆

Zudem bin ich sehr gespannt was für unterschiedliche Wörter ihr benutzt, um euren Hunden etwas beizubringen. Die Grundkommandos (Das Wort Kommando klingt irgendwie so nach Militär, aber dennoch ist es ja sowas ähnliches) sind ja sicher so gut wie immer dieselben. Sitz, Fuß, Warte.. Beispielsweise „Platz“ habe ich Pixie nie auftrainiert, da es von der Endung so ähnlich klingt wie „Sitz“. Daher legt sich Pixie bei „Down“ hin. Sicher seid ihr auch kreativ bei der Auswahl der Wörter und habt die unterschiedliche Begriffe für die abenteuerlichsten Dinge euren Hunden beigebracht.

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Pixies Vokabular

Nun erzähle ich euch mal etwas genauer, was welcher Begriff bei uns bedeutet.
Mal schauen,was ihr alles wiederfindet. 😉

Die Klassiker:

1. Sitz = Auf den Hinterbeinen absitzen
2. Down = Mit dem Bauch ablegen
3. Bleib = Auf der Stelle stehenbleiben und warten auch wenn der Mensch weiter geht
4. Aus = Etwas hergeben
5. Drop = Da Pixie zwischenzeitlich Probleme hatte durch zu hohen Erregnungslevel draußen Spielzeug herzugeben, habe ich ein neues Wort dafür auftrainiert 😉
6. Fuß = an meiner Seite mitlaufen

Die Trainingsgrundlagen:

Im Training für Tricks arbeite ich immer noch mit einem Klicker, aber unterwegs sage ich nur „Jip!“ und dieses Wort habe ich so auftrainiert, dass es für Pixie wie ein Klick ist.

7. Jip! = Ersatz des Klickergeräusches und somit Bestätigung mit sofortiger Belohnung
8. Fein = Lob ohne Belohnung
9. Supa = Lob mit Belohnung

Die Tricks:

10. High 5 = Mit der Pfote gegen die Hand stellen
11. Pfötchen = Pfötchen in die Hand legen
12. Erdmännchen = Auf die Hinterbeine setzen
13. Kreis = Im Kreis um sich selber drehen
14. Durch = Durch meine Beine laufen
15. Rolle = Rolle machen
16. Schäm dich = Mit der Pfote über die Nase streichen
17. Peng = Tot stellen
18. Hopp = auf einen Baumstamm, Bank etc. springen
19. Rum = Um einen Baum, mich, Gegenstand laufen
20. Kiss = Kuss geben
21 Beide = Mit beiden Pfoten auf Arm abstützen (Gerade auf dem Weg zum Boomer-Trick 😉 )
22. Durch = durch meine Beine laufen

Alles für unterwegs, was praktisch ist mit einem ängstlichen Hund wie Pixie:

23. Weiter = weiter gehen
24. Hier = Zu mir kommen
25. Easy = Konditioniertes Entspannungswort
26. Eh-eh = Abbruchsignal beim Trainieren
27. Und Schluß = Abbruchsignal unterwegs (damit Pixie entspannt „Hundesachen“ macht)
28. Lauf = Wenn Pixie sich festschnuppert, einfriert etc. um sie aus der Situation zu lösen
29. Hopphopp = Animation wenn Madame besonders in einer Gruppe unterwegs bummelt
30. Bogen = Gemeinsam einen Bogen um einen Auslöser laufen
31. Buddy = Zeigen & Benennen für Hund/e
32. Kiddie = Zeigen & Benenen für Kinder
33. Rad = Zeigen & Benennen für Radfahrer
34. Jogger = Zeigen & Benennen für Jogger
35. Horsie = Zeigen & Benennen für Pferde
36. Links = Auf meine linke Seite in den Fuß wechseln
37. Rechts = Auf meine rechte Seite in den Fuß wechseln
38. Linksrum = Linken Weg wählen
39. Rechtsrum = Rechten Weg wählen
40. Wohin? = Wenn Pixie an einer Kreuzung den Weg wählen darf
41. Turn = Mit mir auf der Hacke umdrehen und in die gegenüberliegende Richtung laufen
42. Back = Konditionierter Rückruf, Pixie dreht sich egal in welcher Situation auf der Stelle um und kommt zu mir
43. Zu mir = ein Auslöser taucht von weiten auf und Pixie bewegt sich aus ihrem Radius in meine Nähe
44. Stopp = Anhalten
45. Schau = mich anschauen
46. Warten = An einer Straße, vor einem Spiel, im Auto, an einer Tür warten
47. Und jetzt = Nach dem Warten die Freigabe
48. Rübba = Über die Straße laufen
49. Slooow = Langsamer laufen da ein Radfahrer, Kinder etc. uns entgegen kommen
50. Hinter = Hinter mich gehen
51. Stay = Wenn ich Pixie absitzen lasse und sie dort bleiben soll
52. Touch = Mit der Schnauze mich anstupsen (Im Laufen am Fuß, im Sitzen an die Hand)
53. Was ist da los? = Animation wenn Pixie z.B. ein Mauseloch untersuchen darf
54. Nimm mit = wenn Pixie ihr Spielzeug tragen/mitnehmen soll
55. Aaaaalles gut = Zur Beruhigung
56. Such! = Kommando um Spielzeug oder Leckerchen zu suchen
57. Trail! = Kommando um im Mantrailing den Trail zu starten
58. Und weiter = Motivation zum weiterlaufen beim Trailen wenn Pixie privat unterwegs ist
59. Tauschen = Spielzeug gegen Leckerlie hergeben und somit tauschen

Alltagsbegriffe, die sich einfach eingeschlichen haben:

60. Ab ins Körbchen = Ins Körbchen gehen
61. In die Kiste = In die Kiste gehen
62. In die Heia = Abends im Schlafzimmer in ihre Kiste gehen
63. Pulli machen = Beschleunigung/Ankündigung des Pinkelns (besonders im Regen oder Schnee)
64. Wo ist der Ball? = Jegliches Spielzeug unterwegs suchen/wiederfinden
65. Wo ist das Spiely? = Wenn Pixie absichtlich ihr Spiely „verloren“ hat und so lange wartet, bis ich diesen Satz sage um dann wie verrückt mit dem Spiely angerannt zu kommen
66. Wir gehen zu Tina = Ankündigung des Besuchs bei der Hundesitterin
67. Gehen wir raus? = Ankündigung zum Spaziergang
68. Happa Happa = Ankündigung von Futter
69. Leckerlecker = Ankündigung von Leckerlies/Dörrfleisch
70. Schlapp schlapp = wenn unterwegs ein Bach, saubere Wasserstelle, Napf ist aus dem Pixie trinken darf
71. Wo ist… = Ankündigung von Freunden/Freundinnen/Trainer
72. Wo ist Andre? = Ankündigung meines Freundes
73. Pullirunde = wenn wir abends nur schnell zum Pinkeln raus gehen
74. Wir sind gleich da = Wenn Pixie vor dem Trailen, Ankunft zum Spazieren im Auto vor Vorfreude fast platzt

Und jetzt bin ich gespannt! Macht euch mal den Spaß und notiert mal das Hundedeutsch eures Hundes!
Wenn ihr Lust habt, dann postet es doch auch in einen Kommentar unter diesem Artikel. Ich fände es super wenn wir eine bunte Sammlung an Hundedeutsch und kreativen Begriffen zusammen bekommen, die nicht nur zeigt, wie schlau unsere Hunde sind sondern dass wir uns für ein entspanntes Zusammenleben auch eine Menge einfallen lassen. 🙂
Ich freue mich auf eure Kommentare!

Ganz liebe Grüße Rebecca und die schlaue Pixie

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11 Comments

  • Reply Vokabelheft | The Pell-Mell Pack | Hunde Blog 4. September 2017 at 15:33

    […] viele Wörter beherrscht Dein Hund? Rebecca von LesWauz hat Pixies Vokabular in ihrem Artikel Wie viele Wörter versteht euer Hund zusammengetragen und Isabelle von Verwauzt und Zugebellt folgte und hat Askans Wortschatz in ihrem […]

  • Reply Nesa 4. Januar 2017 at 08:59

    Dein Hund versteht ganz schön viele Wörter und hat tolle Tricks drauf 🙂 Mein Hund Lucky und ich sind auch schon kräftig am Üben, bin gespannt wie schnell er die Tricks lernen wird!

    LG Tanja

  • Reply Julian 12. Oktober 2016 at 16:56

    Hallo Rebecca,

    meine kleine versteht einiges. Sie hört nicht nur auf Ihren Namen sondern hört auch auf Sitz, Platz, Aus und komm. Sie versteht auch „geh ins Körbchen“ „Stop“ „Fuß“ alles was wir ihr öfter und öfter sagen beginnt sie zu verstehen nach einiger Zeit.

    LG

  • Reply Victor 25. September 2016 at 10:20

    Manchmal kommt es mir vor, dass Hunde mehr Worte verstehen als Menschen ^^
    Ihr habe eine tolle Webseite. Viel Erfolg weiterhin. Gruß Victor

  • Reply Corrie 16. August 2016 at 07:01

    Ja, es ist wirklich Wahnsinn, wie viele Wörter Hunde so im Laufe ihres Lebens lernen 🙂 Meine Dame ist jetzt 11 Jahre alt und geht es euch nicht auch so, dass ihr das Gefühl habt, mit eurem Hund reden zu können? Gerade bei älteren. Was mir auch immer ganz besonders auffällt, ist, dass Hunde sehr auf den Tonfall achten. Es ist unglaublich, wie sie daraus die kleinsten Gefühlslagen von Herrchen oder Frauchen rauslesen können. Ist es nicht ein Wunder, wie sich zwei so unterschiedliche Spezies derart aufeinander einspielen können?

  • Reply Trickdog Coffee 15. August 2016 at 18:31

    Auch wir haben mal gesammelt…:D sind aber nur auf 40 gekommen. Was mich auch schon erstaunt, da Coffee und ich fast ausschließlich mit Gesten arbeiten. Aber immerhin!
    https://trickingcoffee.wordpress.com/2016/08/15/coffees-vokabelliste/

  • Reply Tino & Marit 4. August 2016 at 17:33

    Wow! Pixie ist ja ein richtiges Sprachtalent! Tino ist da eher so semibegabt.
    Aber klar er hört mich schon auch brabbeln, aber ich weiß nicht, ob er alles versteht, was ich so von mir gebe. Ich habe mal drauf geachtet und viele Sache macht er einfach, weil ich sie vorgebe; an der Straße bleibe ich stehen (MR. Pinsch ist rassetypisch eher so „ich habs eilig lass mal weiter“) und habe am Anfang auch die ein oder andere Ampelphase verstreichen lassen… und ihn dabei ignoriert. Bis er sich gesetzt hat. Von sich aus. „Soll die alte doch doof in die Gegend gucken, kann ich mich ja auch setzen“.
    Und so versuche ich mittlerweile viele Sachen aufzubauen. Einfach weil ich ein Schussel bin und gar nicht so konsequent mit Kommandos sein könnte, wie du. 😉 Bei uns gibt es eigentlich nur 5 elementare Dinge „Hier/Aqui“ (Rückruf) „Stopp“ (Anhalten), „Bei mir“ (ordentliches Laufen an der Leine bzw. nah an mir dran)
    „Nein“ (lass das mal besser sein Freundchen) und „Schluss“ (absoluter Abbruch). Bei allem anderen interpretiert der Pinsch glaub ich mehr als dass er wirklich die Worte versteht. 😀

  • Reply DTR 3. August 2016 at 12:44

    Interessanter Beitrag. Ich muss auch mal testen wie viel unsere kleine Maus versteht. Man meint ja immer es ist nicht viel, aber wenn man dann drüber nachdenkt, ist es doch eine ganze Menge

  • Reply Kristina - I AM NOT A FOX 31. Juli 2016 at 10:49

    Ein wahnsinnig spannendes Thema!
    Das muss ich gleich einmal ausprobieren und meine eigene Liste schreiben. Wir kommunizieren mit Aoki ja doch sehr viel über Zeichen, und ich habe mir bisher eigentlich gar nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, welche von den „Kommandos“ er denn nun wirklich versteht und auch ohne das dazugehörige Zeichen zuordnen kann.

    Wir werden berichten 😉

  • Reply Socke-nHalterin 30. Juli 2016 at 12:50

    Sehr spannend, sehr interessant und super, wie viele Worte Pixie versteht. Ich denke, dass auch Socke viele Worte versteht. Mal sehen, ob ich diese auch alle mal notiere. Viel mehr als meine Worte wird Socke aber meine Körperhaltung, meine Stimmlage, meine Verfassung und meine Handzeichen verstehen. Worte sind dabei vielleicht gar nicht entscheidend und beliebig.

    Der Beitrag hat mir viele Freude gemacht.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  • Reply Andrea 29. Juli 2016 at 22:20

    Coole Idee Rebecca und ich glaube, da kämen bei Linda auch jede Menge Begriffe zusammen, auch wenn sie mehr die Situationen und meine Gestik interpretiert, als wirklich zuzuhören… lach

    LG Andrea, die mal schaut, ob sie es auf die Reihe bringt…

Hinterlasst uns gerne einen Kommentar :)